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Samstag, 17. Mai 2014

Ulaanbaatar - Gandantegchenling Monastery

Dieses Kloster, nur etwa eine Viertelstunde Gehweg vom Hotel entfernt hab ich während meines Aufenthaltes in der Stadt mehrfach besucht. Buddhistische Tempel hab ich schon einige gesehen, die Tradition ist hier aber lamaistisch und damit gibt es viel Neues für mich. Das Kloster besteht aus mehreren Tempeln und Gers, auch die 'Buddhist University of Mongolia' ist auf dem Gelände untergebracht. Rund um das Kloster sind einige nette Devotionalien-Geschäfte, dort konnte ich mich gut mit mongolischen Maultrommeln versorgen.

Das kommunistische Regime der 1924 ausgerufenen 'Mongolischen Volksrepublik' führte von 1937 bis 1939 politische Säuberungen durch, auch der Buddhismus wurde dabei verfolgt und fünf Tempel des Klosters und die große Buddhastatue im 'Migjed Janraisig' zerstört, viele Mönche getötet. Die verbleibenden Gebäude dienten russischen Beamten als Wohnhäuser und Pferdeställe. Ab 1944 kam es wieder zu sehr beschränktem Klosterbetrieb unter der Kontrolle der russischen Regierung.

Erst nach 1990, nach der 'Democratic Revolution' und der Errichtung des unabhängigen Staates Mongolei setzt eine landesweite Wiederbelebung des Buddhismus ein und auch das 'Gandantegchenling Monastery' wurde wiederrichtet. Derzeit leben etwa 900 Mönche hier. 



das südliche Haupttor zum Kloster am Abend

Taubenfutter-Verkauf
der Topf ist schwer, kleine Pause
der mächtige 'Migjed Janraisig', der über seine ganze Höhe eine stehende Buddha-Statue beherbergt

der 'Migjed Janraisig' abends


Der Tempel 'Migjed Janraisig', ein Unabhängigkeits-Symbol des mongolischen Staates wurde 1911 errichtet. Die 26,5 Meter hohe Buddha-Statue zerstörte 1938 die russische Regierung, erst 1996 wurde aus Spenden buddhistischer Gläubiger eine neue Statue aus vergoldetem Kupfer aufgestellt.


der 'Dechengalpa Datsan', 1992 neu errichtet, jedes Frühjahr wird hier das 'Kalachakra Ritual' abgehalten
der 'Idgachoinzenling Datsan', 1990 neu eröffnet, hier werden buddhistische Riten nach dem Tibetanischen Lehrer Sera Jebzunpa durchgeführt
'Buddhist University of Mongolia', 1970 gegründet, hier werden moderne und traditionelle Studien angeboten
das Tor zur Universität
der 'Jud Datsan', auch 1938 zerstört und wieder aufgebaut, hier werden tantrische Rituale und Gesänge gepflegt
Taubenfüttern ist Familienvergnügen, an allen Eingängen wird Futter verkauft


riesiger Tempel-Neubau 'Battsagaan'

Der 'Gandan Complex', mit eigener Mauer und Toren innerhalb des Klostergeländes, in dem einige Tempel aus alter Zeit noch erhalten sind und nicht rekonstruiert wurden.


das Südtor des 'Gandan Complex'
der 'Gandantegchenling'
der 'Vajradhara Temple', 1840 erbaut, im Inneren eine tantrische Buddha-Statue von 1683, vor dem Tempel Gebetsmühlen

der 'Depanpovran', zum Beginn des 19. Jahrhunderts gebaut, in diesem Gebäude hat 1904 der 13te Dalai Lama gewohnt


tibetanische Figur vor dem 'Gandan Temple'

Diese Figur hat mir gut gefallen und ich habe recherchiert, es handelt sich um eine buddhistische Fabel, sehr entfernt verwandt unseren 'Bremer Stadtmusikanten'. 

In der endgültigen Fassung der heiligen Schriften Tibets, die im 13. und 14. Jahrhundert beendet wurde, ist auch eine Sammlung von zahlreichen Legenden enthalten. Sie schildern alle in einfach rührender Form die segensreiche Befolgung der empfohlenen Tugenden und demonstrieren die Schädlichkeit bösen Tuns. Besonders charakteristisch sind darunter die buddhistischen Fabeln, die auch in den Kandjur aufgenommen wurden, wie zum Beispiel die Erzählung von der "Übereinstimmung der vier geistigen Brüder". 

Es ist die Fabel von dem Vogel Rebhuhn, dem Elefanten, dem Affen und dem Hasen, die in gemeinsamem Gedankenaustausch das grundlegende Gebot des harmonischen Zusammenlebens der Lebewesen geklärt haben.Wegen ihres tieferen Sinnes wird diese Fabel aber auch in tibetischen Schulbüchern abgedruckt, um schon den kleinen Schülern das Grundprinzip der Gemeinschaft der Lebewesen - erklärt durch Tierstimmen - klar zu machen. 

Von der Übereinstimmung der vier geistigen Brüder 

Einst wohnten der Vogel Rebhuhn, der Hase, der Affe und der Elefant zu viert in einem Walde. Jeder von ihnen war überzeugt, der Älteste zu sein, dem die anderen Ehrfurcht schulden. Deshalb trachteten sie durch Gedankenaustausch genau herauszufinden, wer wirklich der Älteste unter ihnen sei. 

Lasst es uns am mächtigen Stamme eines Pipalbaumes bestimmen", sagte der Elefant, "ich entsinne mich, dass mein Körper einst gleich hoch gewesen ist wie die noch junge Krone dieses Baumes." 

Der Affe sagte: "Zur Zeit, als dieser Baum noch klein gewesen ist, war selbst mein Körper gleich hoch." 

Der Hase sagte: "Selbst ich schlürfte noch die Tautropfen, die ich so gerne habe, von dem Sprössling dieses Baumes, als er nur fünf Finger hoch gewesen ist." 

Der Vogel Rebhuhn sagte: "Dieser Sprössling konnte jedoch nur deshalb wachsen, weil ich selbst - von oben - den Samen dieses Baumes auf die Erde gestreut habe." 

Daraufhin musste der große Elefant einsehen, dass er jünger sei als die anderen. Danach sahen auch der Affe und der Hase ein, dass der Vogel Rebhuhn der Älteste unter ihnen ist und dass es dem richtigen Verhalten entspräche, dass die Jüngeren dem Älteren Ehrfurcht bezeugen, wie dies von Natur aus den Dingen innewohnt. 

Nur dadurch wirken die von den beseelten Wesen vollbrachten guten Taten wie das befruchtende Regenwasser auf die Scholle. Dadurch wird auf der Erde die Ernte zunehmen, das Glück gedeihen und Gnade, Ruhm und Reichtum blühen. 

Zu jener Zeit sagte ein alter Weiser und Seher: "Eben deshalb erläuterten der Elefant, der Affe, der Hase und der Vogel im Walde das Gebot und seine Früchte, wonach die Jüngeren den Älteren Ehrfurcht schulden". 



große Gebetsmühlen außerhalb des 'Gandam Complex', jedes Häuschen beherbergt nur eine große Gebetsmühle
nocheinmal das Südtor des großen Kloster-Komplexes, diesmal von innen

Quellen: Wikipedia 'Mongolische Geschichte', das Informationsblatt des Klosters und für die Fabel von der 'Übereinstimmung der vier geistigen Brüder' (dort auch weitere Versionen der Fabel): http://www.hpgrumpe.de/ladakh/Vier%20Freunde%20und%20ein%20Pfirsichbaum.htm

Sonntag, 11. Mai 2014

Ulaanbaatar - round Suhbaatar Square

Das City Center in Ulaanbaatar ist der Suhbaatar Sqaure, ein großer freier Platz mit dem beherrschenden Government House im Norden und Museen, Theater, Banken und Botschaften rundherum. Ich hab den Platz und die Umgebung am Samstag und am Sonntag besucht, auf dem Platz war immer Programm. Am Samstag eine Truppenparade mit zum Teil farbenfrohen traditionellen Uniformen und eine Heeresschau.






Militärische Modenschau



weils so kalt ist gehe ich ins Irish Pub

Am Sonntag war es wärmer und es gab hauptsächlich sportliche Aktivitäten am Subhaatar Square. 



Skyline von Ulaanbaatar






Freitag, 9. Mai 2014

Ulaanbaatar - Bogd Khaan's Winter Palace and Chinggis Khaan Statue

Eigentlich wollte ich für zwei Tage (Samstag und Sonntag) in den südlich der Hauptstadt gelegenen Terelj National Park fahren, hatte mir auch schon einen Führer mit Auto bestellt, der unerwartetet Wintereinbruch stellte den Ausflug aber in Frage. Also wurde noch am Freitag beschlossen an nur einem halben Tag den Winter Palast in der Stadt und die berühmte Chingiss Khan Statue etwa eineinhalb Auto-Stunden von Ulaanbaatar entfernt zu besuchen. Den Vormittag verbrachte ich im Zentrum der Stadt im Bereich des Government House, dazu noch später. Um etwa 14 holte mich mein Führer ab und brachte mich zum Bogd Khaan's Winter Palace im Süden der Stadt.

Der Palast, heute ein Museum, wurde 1905 nach Plänen eines russischen Architekten errichtet. Er ist der einzige erhaltene von ursprünglich vier Residenzen des letzten Königs (Khans) der Mongolei, Jebtsundamba Khutuktu. Der Komplex umfasst sechs Gebäude, darin sind viele Gegenstände aus dem Besitz des Khans zu sehen, prunkvolle persönliche Kleidungstücke, seine Kunstsammlung und seine Sammlung ausgestopfter Tiere. Mich haben vor allem die gut erhaltenen Prunk-Roben des Khans fasziniert, leider darf man in dem Museum nicht photografieren.




 
Nach der Besichtigung des Winter Palace geht es erstmalig für mich raus aus der Stadt. Das Wetter ist übrigens wieder viel besser, aber immer noch ziemlich kalt. Die meisten der folgenden Landschaftsausnahmen sind übrigens aus dem fahrenden Auto aufgenommen, daher ist die Qualität nicht so besonders.


stellenweise sogar noch Schnee

so sehen mongolische Pferde aus


mit dem Pferd oder mit dem Auto zum Supermarkt, hier beides normal



Nach einer rasanten Autofahrt kommen wir beim absoluten mongolischen Have-To-See an, der Monumental-Statue des Chinggis Khaan nahe dem Fluß Tuul. Diese innen mit einem Aufzug versehene Reiter-Statue ist 40 Meter hoch, das tragende Gebäude beherbergt ein Museum und ein Restaurant.


das Wort Schuhgröße ist hier wirklich angebracht


sein letzter Ausblick

Ruheraum im Museumsbereich


Nach der Würdigung des großen Mannes geht es in rasantem Tempo wieder in die Stadt.







wieder in der Hauptstadt

Die mongolische Landschaft hat mir sehr gut gefallen, davon will ich noch mehr sehen, ich bin sicher ich werde die Mongolei noch weiter erforschen.